Die Endemiten feiern gerade die “Zweite Mensch-zu-Mensch-Infektion in Deutschland”. Möglicherweise besteht ein (nicht nur zeitlicher) Zusammenhang mit dem Tag der Arbeit, an dem jedoch verblüffenderweise nicht gearbeitet wurde. Somit wäre denkbar, dass sich die Infektion nicht wirklich ereignet hat, sondern ebenfalls nur symbolisch zu verstehen ist, um einen weiteren Tag frei zu haben.
Der Vorteil einer völlig ausgetrockneten Kontaktlinse, die es versehentlich nicht bis in den Behälter mit nächtlicher Aufbewahrungsflüssigkeit geschafft hat, sondern unbemerkt am Finger blieb und auf dem Rückweg vom Bad irgendwann auf den Teppich fiel, ist ihre erhöhte Auffindbarkeit am nächsten Morgen als gelblich-verschrumpeltes hartstaubiges Nurpsi.
Hoffentlich lässt sie sich wiederbeleben.
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Ich habe 20 Erdbeeren gegessen, und Simba hat mir zugeschaut.
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Bei Pennymarkt habe ich mir für 3 Euro eine Gummiratte gekauft. Ich denke, das war eine gute Entscheidung. Außer der Besucherkatze habe ich ja keine Freunde, und so eine Gummiratte ist das, was man an einsamen Tagen sicher gut brauchen kann. Auf der Umverpackung steht Simba (interessanterweise wird man zum Quälen des Tieres aufgefordert). Meine neue Mitbewohnerin heisst also Simba. Gequält wird sie natürlich nicht.

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Vorhin begegneten sich zwei extrakorpulente Hausfrauen in einem engen Gang bei LIDL und verschränkten sogleich ihre Einkaufswagen ineinander, so dass der Weg für nachfolgende Außerirdische blockiert war. Lauthals unterhielten sich die Damen und stanken dabei hemmungslos nach Schweiß. Ich musste augenblicklich die Atmung anhalten und mir einen anderen Gang suchen. Entsetzt machte ich hierbei die Feststellung, dass der Stinkradius der Frauen meinen Zielort mit den Snackartikeln einschloss. Exakt 6 Meter 40 weit stanken sie, und ich kam nicht bis an meinen bevorzugten Kartoffelsnack mit Tomaten- und Basilikumgeschmack heran, auch nicht mit Luftanhalten, da ich trotz mehrerer Anläufe die Ware nicht so schnell im Regal finden konnte, wie die Sauerstoffsättigung im Blut sank. So musste ich auf einen gekühlten Hähnchensnack ausweichen. Der war teurer und hat nicht so gut geschmeckt. Allerdings habe ich angesichts des schlechten Geschmacks Verständnis dafür entwickelt, dass Supermärkte sich mehr für die Krankheitsgeschichte ihrer Mitarbeiter interessieren. Bei den Tieren mag man es gar nicht so genau wissen.
Vor meinem nächsten Supermarktbesuch werde ich mir Bilsom303 voraussichtlich auch in die Nase stecken.
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Seit heute wird das volksgesundheitliche Signal zwischen 1:00 und 2:00 Uhr wieder ausgestrahlt. Der Metallroboter nennt den Namen jedes Anrufers mindestens viermal – vermutlich ein Ablauffehler oder eine fest einprogrammierte Roboterfunktion, um die Illusion eines menschlichen Ansprechpartners zu erzeugen. “Der nächste Anrufer ist der Klaus, und Klaus ist 38 Jahre alt. Hallo Klaus!” Klaus muss ebenfalls grüßen. “Klaus!” beginnt dann der Roboter stets den nächsten Satz. Auch heute stehen in erster Linie Partnerkonflikte im Vordergrund, die aber wohl trivialer Natur zu sein scheinen, da der Roboter sie eigenständig und ohne Weiterleitung an die Psychologin behandelt. Die soll sich aber im Hintergrund befinden und heisst heute angeblich Simone. Unweigerlich fragt man sich, ob das überhaupt zutrifft, oder ob es sich hierbei nicht ebenfalls um eine künstlich erschaffene Illusion handelt, und sobald der arglose Anrufer sich in Sicherheit wiegt und auf Rückruf wartet, stürmen Volksgesundheitspolizisten (alles Roboter) seine Wohnung, da sie den psychisch labilen und somit für die endemitische Gesellschaft gefährlichen Anrufer anhand seiner Telefonnummer aufspüren konnten. Vielleicht bekommt er sogar Besuch von Frau Dr. Bauernschlau. Das Metallchassis des Roboters, der vor der Kamera sitzt und die Anrufe entgegennimmt, kann man wieder mal nur erahnen, da man ihm ein gestreiftes Hemd und eine helle Jeansjacke angezogen hat. Die harmlos wirkende Kleidung dürfte Teil der heimtückischen Strategie sein.
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Gestern leerte ich ein Fach an der Packstation und konnte mein neues DVD-Laufwerk entnehmen. Die Anschaffung war erforderlich geworden, da das derzeit eingebaute Laufwerk nicht mehr zuverlässig arbeitet. Leider musste ich den Einbau abbrechen, weil ein spezielles Kabel fehlte, von dessen Notwendigkeit ich keine Kenntnis hatte. Nach Rücksprache mit dem Verkäufer, ob er ein entsprechendes Kabel kostenfrei nachliefern oder aber 4,- Euro erstatten würde, erhielt ich die freundliche Antwort, man sei einverstanden, mir ein Kabel gegen Zahlung von 4,- Euro zu liefern (der Firmensitz ist in den Niederlanden, und dort verwendet man wohl einen anderen Dialekt). Ich klärte darüber auf, dass eine Zahlung durch mich nicht Gegenstand meiner Frage gewesen sei, und man möge doch bitte erneut lesen (geduldig formulierte ich die Frage mit wenigen leicht verständlichen Worten neu, sinng.: “Du Geld her oder Kabel her”). Vom Verkäufer folgte eine Belehrung über den Lieferumfang nebst (geändertem) Angebot, das benötigte Kabel für nunmehr 2,98 Euro versandkostenfrei zu liefern. Aus persönlicher Lebenserfahrung weiss ich, dass man Endemiten gegenüber stets die komplette anstrengende Verhandlungskunst darbieten muss, da sie sonst nur widerwillig folgen. Ich ließ also meiner Enttäuschung freien Lauf, klagte über den Eindruck-eines-steckerfertigen-Gerätes-und-dass-jeder-durchschnittliche-Verbraucher-dies-so-verstehen-müsse-und-dass-die-geäußerte-Haltung-demnach-rechtswidrig-sei-und-gegen-EU-Verbraucherrichtlinien-verstoße-und-dass-ich-nun-den-Widerruf-und-die-Rücksendung-gemäß-Fernabsatzgesetz-beabsichtige usw.
Eine Flut harter Phrasen in einer für niederländische Endemiten unberechenbaren Syntax.
Jetzt bekomme ich das Kabel umsonst, aber ehrlich gesagt: wenn sie nicht noch Konfekt dazulegen, bin ich beleidigt.
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